FSP Motorikzentrum

.. wo Bewegung Freude macht.

WARUM?

Seit Jahren wird in der Praxis der Kinder- und Jugenderziehung beobachtet, dass bereits viele Jugendliche körperliche Defizite durch Bewegungsmangel aufweisen. Schon bei Kindergartenkindern sind die physischen Folgen mangelnder Bewegung erkennbar. Aber auch die psychischen Folgen des Bewegungsmangels bereits bei Grundschülern sind eklatant: Viele Lernschwächen, auf die unter anderem in jüngster Zeit die PISA-Studie aufmerksam gemacht hat, lassen sich durch die Förderung des natürlichen Bewegungsdranges der Kinder und Jugendlichen beheben. DESHALB stellt sich die Fachschule für Sozialpädagogik in Öhringen diesem Problem und integriert die Sportpädagogik als Wahlpflichtfach in die Ausbildung der angehenden Erzieherinnen. Dies ist unsere Antwort auf die neuen Herausforderungen an die Kinder- und Jugenderziehung, wobei es uns darauf ankommt, lernpsychologischer Erkenntnisse konsequent umzusetzen.

MIT WELCHEM ZIEL?

Die Bündelung dieser verschiedenen Initiativen mündete in das Konzept, welches unter der Bezeichnung Motorikzentrum inzwischen landesweit Schule gemacht hat; durch klare Akzentsetzungen in der Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen sowie durch die Entwicklung attraktiver Projekte gewinnt das Konzept ’Motorikzentrum’ Konturen und Attraktivität: So haben sich nach dem Öhringer Modell in Bruchsal, in Radolfzell und in Biberach weitere Motorikzentren gebildet, denen allen die wissenschaftliche Betreuung durch den Lehrstuhl von Prof. Dr. Klaus Bös/Universität Karlsruhe zugute kommt. Durch empirische Untersuchungen in Kindergärten und Schulen werden die Karlsruher Sportwissenschaftler die Rolle und Bedeutung der Bewegungserziehung für die gesunde geistige und körperliche Entwicklung der Kinder sowie für ihr Sozialverhalten analysieren; dabei wird immer deutlicher, welche Bedeutung die körperliche Bewegung beim Abbau von Aggressionen und stressbedingter Hyperaktivität spielt. Mit ersten Ergebnissen, welche die Grundlage der weiteren Entwicklung des Motorikzentrums bilden werden, ist im Jahr 2004 zu rechnen. Der wesentliche Aspekt des Konzepts ’Motorikzentrum’ ist somit das ZIEL EINES BEWEGUNGSFREUNDLICHEN KINDERGARTENS durch die Einführung von Sport- und Bewegungspädagogik.

WIE?

Um das Ziel eines bewegungsfreundlichen Kindergartens auf breiter Basis voranzubringen müssen zusätzlich bereits im Beruf stehende Erzieherinnen fort- und weitergebildet werden. Dafür hat die Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik EINEN SCHULVERSUCH FÜR AKTIVE ERZIEHERINNEN entwickelt, der vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport unterstützt und in Form einer 2-jährigen Berufsfachschule zum Erwerb von Zusatzqualifikationen im Bereich „Sport-, Spiel- und Rhythmikerziehung“ ab dem Schuljahr 2002/03 eingerichtet wurde. In diesem Schulversuch werden Erzieherinnen berufsbegleitend einmal wöchentlich abends und samstags weiterqualifiziert und zur ‚Fachkraft für Sport-, Spiel- und Rhythmikerziehung‘ ausgebildet. Dabei geht es um die Vermittlung von Grundlagen in Methodik und Didaktik der Sport- und Bewegungserziehung; ebenso können Grundkenntnisse der Sportmedizin im Bereich Anatomie und Physiologie erworben werden. In insgesamt ca. 400 Unterrichtseinheiten werden die theoretischen Kenntnisse mit praktischen Übungen an verschiedenen Geräten gekoppelt und Verbindungen zur Theaterpädagogik, Freizeitpädagogik sowie Rhythmik und Musik hergestellt; auch rechtliche Fragen, Probleme der Sicherheit und der erstem Hilfe werden angesprochen.

WER BETEILIGT SICH?

Die Ausbildung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Turnerbünden (STB/BTB). Für ihr Projekt interessierte die Schulleitung nicht nur die Verantwortlichen aus Stadt und Landkreis, sondern auch die zuständigen Gremien des Kultusministeriums, denn immerhin galt es, den Lehrplan sowie den Fächerkanon der Fachschule für Sozialpädagogik den neuen Erfordernissen anzupassen: Mit je zwei Wochenstunden in beiden Schuljahren wird Sportpädagogik als Wahlpflichtfach in der Öhringer Fachschule angeboten, wobei die sportwissenschaftliche Begleitung durch den Lehrstuhl von Professor Bös die ständige Weiterentwicklung der Konzeption eines bewegungsfreundlichen Kindergartens garantiert. Die künftigen Erzieherinnen und Erzieher werden so ‚fitgemacht‘, ihre künftigen Kolleginnen und Kollegen für Bewegungserziehung zu begeistern und durch ihre erworbenen Kenntnisse im sportpädagogischen Bereich zu kompetenten Ansprechpartnern zu werden. Durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen bzw. dem Badischen Turnerbund eröffnet sich den teilnehmenden Absolventinnen der Fachschule überdies die Möglichkeit, eine Übungsleiterlizenz im Eltern-Kind- bzw. im Vorschulturnen zu erwerben.

ERSTE RESULTATE

Die Reaktionen auf das Öhringer Modell einer Integration systematischer Bewegungserziehung bereits im Kindergarten sind sehr positiv: Viele Erzieherinnen und Erzieher aus beteiligten Einrichtungen, welche quasi den Status von Modellkindergärten innehaben, betonen, dass auf diese Weise die Rahmenbedingungen des Lebensraumes Kindergarten grundlegend verbessert werden; die anfängliche Zurückhaltung seitens einiger Erziehungseinrichtungen nahm schnell ab, und zwar wegen der intensiven und kooperativen Zusammenarbeit der federführenden Motorikzentren mit den lokalen Kindergärten und Grundschulen. Durch die Ausschreibung eines Wettbewerbs unter dem Motto Bewegungsfreundlicher Kindergarten sollen in Zukunft möglichst viele Einrichtungen gewonnen werden, um mit der Förderung von Bewegungserziehung die physischen und psychischen Lernbedingungen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

Fachschule für Sozialpädagogik Öhringen
Abteilungsleitung: Ansgar Hagnauer (OStR)
Am Maßholderbach 2
74613 Öhringen

Tel. 07941/92690
Fax: 07941/926912
E-Mail: verwaltung[at]rws-oehringen.de

Partner des Motorikzentrums an der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik:

 Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
 Sozialministerium Baden-Württemberg
 Sportinstitut der Universität Karlsruhe
 Schwäbischer Turnerbund