Theorie und Praxis der Landschaftspflege

Ein Motorsägekurs an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule

Dass Theorie und Praxis eben doch viel miteinander zu tun haben, erfuhren unlängst Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Berufsschule und des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums der Richard-von-Weizsäcker-Schule. In einem Motorsägekurs stellten sie unter Beweis, wie wichtig die Verknüpfung des einen mit dem anderen ist. „Wir bereiten unsre Schülerinnen und Schüler intensiv auf die Praxis vor“, betont Fred Fecher, der als Lehrer am agrarwissenschaftlichen Gymnasium den Anstoß zu diesem etwas anderen Unterricht außerhalb des Klassenzimmers gegeben hatte. Von Fred Fecher und Reinhold Horlacher von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wurden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Technik eingeführt und mit einem Sicherheitstraining vertraut gemacht, bevor es dann im fürstlichen Wald bei Friedrichsruhe nördlich von Öhringen ‚an den Baum‘ ging. Aber bevor die Sägen tatsächlich angesetzt wurden und die Späne flogen, stand die Überprüfung des Materials und der Schutzausrüstung auf dem Programm. Und die Sägeketten wurden geschärft – wohlgemerkt manuell, denn nur so hat mein sein Gerät wirklich unter Kontrolle, weiß Fred Fecher. Immer wieder passieren schwere Unfälle bei Fällarbeiten, „und die meisten sind vermeidbar“, betont er. Diese nur scheinbare Theorielastigkeit verstehen die Schüler sehr wohl und schätzen die gründliche Vorbereitung auf eine interessante und spannende, aber auch gefährliche Arbeit. Endlich tuckern die Zweitaktmotoren der Motorsägen; jeder Griff muss jetzt sitzen und jeder Arbeitsschritt überlegt sein. Jens Bauer fällt seinen ersten Baum, und als die Fichte genau dort auf dem Boden aufschlägt, wo er es geplant hat, schwingt auch Stolz mit bei den Worten, mit denen er sich für die Unterstützung bei seinen Mitschülern und Lehrern bedankt.

Jens Bauer beim Festlegen der Fallrichtung des Baumes.