Innovationslokomotive und Garant von Beständigkeit

Der langjährige Schulleiter der Haus- und Landwirtschaftlichen Schule Öhringen, Helmut Albrecht, verabschiedet sich in den Ruhestand

Großer Bahnhof für Helmut Albrecht; zu seiner Verabschiedung als Schulleiter kamen Persönlichkeiten aus Politik und Schulverwaltung und würdigten ein Lebenswerk: Als Helmut Albrecht 1988 die Leitung der Haus- und Landwirtschaftlichen Schule Öhringen übernahm, hatte er 14 Kolleginnen und Kollegen, mit denen er ca. 200 Schülerinnen und Schüler im Schulhaus Am Ochsensee unterrichtete. Der höchste dort zu erreichende Bildungsabschluss war derjenige der Mittleren Reife. Zum 1. August 2012 gibt Albrecht die Leitung einer völlig veränderten Schule an seinen Nachfolger Uwe Stiefel ab: Unter seiner Ägide hat sich die Zahl der Schüler/-innen verfünffacht, das Kollegium besteht aus nahezu 100 Lehrerinnen und Lehrern, und die Richard von Weizsäcker-Schule bietet in insgesamt 14 Schularten den Erwerb von nahezu allen Bildungsabschlüssen in der Sekundarstufe an, aber darüber hinaus auch berufliche Zusatzqualifikationen in den Bereichen Landwirtschaft und Sozialpädagogik.

Ausbau der Schule – Entwicklung neuer Schularten

In die Amtszeit von Helmut Albrecht fällt der Ausbau der Berufsfachschulen für Hauswirtschaft, die Einrichtung der Berufsfachschule für Labortechnik, der Berufsfachschule für Zusatzqualifikationen im Bereich Landwirtschaft sowie im sozialpädagogischen Bereich. Vor allem aber gab er der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen ein eigenständiges Profil mit der Einrichtung des Agrarwissenschaftlichen Gymnasiums im Jahr 1989 und der Einrichtung des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums im Jahr 2009, die beide – inzwischen sechszügig – zur Allgemeinen Hochschulreife führen. Darüber hinaus förderte er die Einrichtung des ‚Kompetenzzentrum Elementarpädagogik‘ sowie des Motorikzentrums, die beide intensiv mit lokalen und regionalen Partnern den Ausbau von Strukturen frühkindlicher Bildung in Hohenlohe-Franken betreiben.

Regionale und internationale Vernetzung

Helmut Albrecht, der von vielen als Innovationslokomotive bezeichnet wurde, förderte die Vernetzung der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule mit außerschulischen Partnern, insbesondere der ‚Innovationsregion Kocher&Jagst‘ und der Bildungsregion Hohenlohe: Hier spielt das weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannte und von Helmut Albrecht initiierte ‚Kompetenzzentrum Elementarpädagogik‘ eine führende Rolle. Ebenso verortete er die Einbindung der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen in internationale Strukturen, so durch die Mitgliedschaft in zahlreichen von der Europäischen Union geförderten Comenius-Projekten mit Partnerschulen  in England, Irland, Spanien und Frankreich, durch die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch im Bereich der Ausbildung qualifizierten Personals für die frühkindliche Bildung mit der Académie de Dijon/Frankreich und schließlich mit der Einrichtung von Schulpartnerschaften mit agrarwissenschaftlichen Gymnasien in Benešov/Tschechien und Morlaix/Frankreich.

Ein prominenter Namensgeber und ein modernes Schulgebäude

Auf Helmut Albrecht geht die Namensgebung der Schule zurück: Um den verschiedenen Schularten ein einheitliches Profil zu geben, gelang es Helmut Albrecht im Jahr 2006, den ehemaligen Bundespräsidenten Dr. Richard-von-Weizsäcker als Namensgeber der Schule zu gewinnen. Zweimal begrüßte Helmut Albrecht den Alt-Bundespräsidenten in Öhringen und informierte ihn über die Entwicklung der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule: zum ersten Mal bei der Namensgebung und schließlich zur Einweihung des modernen neuen Schulgebäudes, dessen Bau auf Helmut Albrechts beharrliches Bemühen zurückzuführen ist. Dass damit für Hohenlohe-Franken eine innovative Ausbildungsstätte für den landwirtschaftlichen Nachwuchs entstanden ist, lobte neben Landrat Helmut Jahn auch Klaus Mugele für den Bauernverband Schwäbisch Hall-Hohenlohe. In allen Festreden wurde deutlich, dass Helmut Albrecht im vergangenen Vierteljahrhundert seiner Amtszeit ein verlässlicher Garant landwirtschaftlicher Strukturen war und gleichzeitig ein visionären Vordenker bei der Gestaltung des ländlichen Raums. Zu seinem Nachfolger hat das  Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg Herrn Studiendirektor Uwe Stiefel bestellt, der bereits seit 1998 Mitglied der Schulleitung ist und die Leitung der Schule im Geist seines Vorgängers fortsetzen will.

Der neue und der alte Chef: Uwe Stiefel (links) ehrt seinen Vorgänger Helmut Albrecht, der den Ruhestand antritt.