Find the magic – oder: Was wir in den Blick nehmen, wird wachsen

Innovative Fortbildung für Erzieherinnen an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule

Wenn Kinder merken, dass sie erfolgreich sind und dass man auf sie reagiert, werden sie auch schwierige Lernsituationen bewältigen – das ist das Credo der beiden neuseeländischen Erziehungswissenschaftlerinnen Wendy Lee und Jo Colbert, die nach Vorträgen in Berlin, Hannover und Köln am vergangenen Mittwoch in der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule zu Gast waren. Die zahlreichen Gäste – Erzieher/-innen, Fachberater/-innen aus pädagogischen Einrichtungen, Lehrer/-innen an Grundschulen und Förderschulen, Repräsentanten des Staatlichen Schulamts Künzelsau sowie Barbara Bürkle, Projektleiterin der ‚Bildungsregion Hohenlohe‘, zu der das Öhringer Kompetenzzentrum der Fachschule für Sozialpädagogik gehört – waren gespannt darauf, zu erfahren, wie man Kindern dieses Selbstbewusstsein vermitteln kann. Die Antwort liegt in dem von den beiden Neuseeländerinnen seit Jahren entwickelten und propagierten Konzept der Lerngeschichten: „Jeder kann schreiben“, betonte Wendy Lee“ „es geht einfach darum, seine Stimme als Schreibender zu finden.“ Wenn die Lerngeschichten von Kindern zu Papier gebracht werden, werden den Kindern und den Erwachsenen, mit denen sie Umgang haben, Talente und Stärken bewusst. „Die Defizite interessieren uns nicht“, stellte die Erziehungswissenschaftlerin lakonisch fest, und Franz Reinalter, Lehrer an der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik, der gemeinsam mit seiner Kollegin Edeltraud Klar das Fachforum organisiert hatte, erläutert: „Dieser Blick auf das Kind hat Konsequenzen, denn es ist nun einmal so: Worauf wir uns konzentrieren, das wird wachsen.“

Die beiden Fachvorträge fanden seitens des Publikums ebenso lebhaften Anklang wie die beiden seitens der Referentinnen angebotenen Workshops, bei denen die beiden an der Richard-von-Weizsäcker-Schule unterrichtenden Anglistinnen Claudia Kottysch und Claudia Bressler auf lebendige Weise das neuseeländische Englisch der Referentinnen übersetzten und dem Publikum deren Anliegen überzeugend vermittelten. Und dieses Anliegen lag insbesondere in der Ermutigung an die Teilnehmer/-innen des Forums, intensiv mit dem Kind das zu tun, was ihm am meiste nützt und was Beziehungen stärkt, denn wenn Kinder sich wohlfühlen und Anregungen bekommen, lernen sie am besten: Der begeisternde Ausruf  „Find the magic!“ von Wendy Lee musste am Ende niemandem übersetzt werden.