Zukunft braucht Nachwuchs – auch in der Landwirtschaft

Öhringer Landwirtschaftsschüler der Richard-von-Weizsäcker-Schule belegen die erstenPlätze beim landesweiten Berufswettbewerb

Dass der alte Grundsatz „Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“ natürlich auch, ja besonders in der Landwirtschaft gilt, zeigten in der vergangenen Woche gleich drei Schüler der Landwirtschaftlichen Berufsschule an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule. Gemeinsam nahmen sie am baden-württembergischen Berufswettbewerb der deutschen Landjugend in Münsingen unter dem Motto “Grüne Berufe sind voller Leben– Zukunft braucht Nachwuchs“ teil und qualifizierten sich für die vorderen Plätze:Stefan Schmidt aus Bad Friedrichshall erstritt den 6. Platz, Jens Müller aus Künzelsau-Weldingsfelden kam auf den 3. Platz, und der beste aller Teilnehmer war Jens Bauer aus Adelmannsfelden auf dem Ersten Platz. „Erst war es wie bei einer Prüfung in der Schule“,erzählt Jens Bauer und erwähnt das Theorie-Programm der Prüfungen, bei denen es um Allgemeinwissen, aber auch um Spezialkenntnisse aus der Landwirtschaft ankam wie Stickstoffberechnungen und Fragen zu Rechtsverordnungen aus der Landwirtschaftspolitik der Europäischen Union. Bewertet wurde aber nicht nur abfragbares Wissen, sondern Kreativität, nämlich beim Wettbewerb um die beste Präsentation der Berufsanforderungen und des Berufsalltags in der Landwirtschaft.„Bei Wettbewerben dieser Art zeigt sich, dass wir auf dem richtigen Weg sind mit unserer engen Verzahnung von Theorie in der Schule und Praxis in den Ausbildungsbetrieben“,beschreibt Frank Dietz, Abteilungsleiter an der Richard-von-Weizsäcker-Schule, das Konzept ’seiner‘ Landwirtschaftlichen Berufsschule. Denn nicht nur um theoretische Kenntnisse und Fragen der innovativen Präsentation der Landwirtschaft ging es ja, sondern um praktische Fertigkeiten und Geschicklichkeit: Der moderne Landwirt muss mit dem Schlepper ebenso geschickt umgehen können wie mit dem Computer, und die Beherrschung seines Fuhrparks ist ebenso wichtig wie ökonomisches Verständnis. Diese Kenntnisse verdankt Jens Bauer seinem Ausbildungsbetrieb Rainer Specht in Orendelsall und Jens Müller seinem Ausbildungsbetrieb Jürgen Fahrbach in Merchingen; Stefan Schmidt lernte bei Joachim Rukwied in Eberstadt, der seit 2006 Vorsitzender des Landesbauernverbandes Baden-Württemberg und seit 2012 als Nachfolger von Gerd Sonnleitner auch Vorsitzender des Deutschen Bauernverbandes ist. Dass es am geschickten und verantwortungsvollen Umgang mit landwirtschaftlicher Technik nicht mangelt, zeigten die drei Preisträger aus Öhringen gemeinsam mit ihren etwa dreißig Konkurrenten beim Berufswettbewerb der deutschen Landjugend in den Praxisbetrieben von Armin Weber und Erwin Pfeile in Gomadingen. Edelgard Fieß-Heizmann vom Stuttgarter Ministerium für den Ländlichen Raum lobte bei der Siegerehrung in Münsingen die Innovationskraft der Nachwuchslandwirte und betonte, dass der qualifizierte landwirtschaftliche Nachwuchs eine gute Zukunft habe. Aber ebenso schön wie die Siegerehrung durch die Stuttgarter Ministerialdirektorin war für die drei Öhringer Gewinner die Anerkennung seitens ihrer Mitschüler und Lehrer an der Richard-von-Weizsäcker-Schule.

Jens Bauer, der Sieger des Berufswettbewerbs, mit schwerem Gerät.