Vielfalt als Chance begreifen Ein Fest der Kulturen an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule

Vielfalt ist in der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik nicht nur ein theoretischer Begriff: „Wir bereiten die künftigen Erzieherinnen und Erzieher auf einen Berufsalltag vor, bei dem jedes Kind in seiner Individualität zählt. Daher wollen wir sie dafür sensibilisieren, was den Einzelnen und das Besondere ausmacht“, erklärt Claudia Litterst am Rande des Festes der Kulturen, das sie gemeinsam mit ihren Schülerinnen veranstaltete. Neben Deutsch gehört das brasilianische Portugiesisch, Russisch und Polnisch zu den Muttersprachen der Schülerinnen, und diese Vielfalt inspirierte die Öhringer Pädagogin dazu, ihre Klasse für Unterschiede und das Besondere zu sensibilisieren und vor allem dafür, welche Chance in der Vielfalt steckt.

So bildeten die Schülerinnen verschiedene Gruppen mit einem jeweiligen Länderschwerpunkt und erarbeiteten Besonderheiten, die sie den anderen vorstellten: „Wichtig ist uns, dass nicht die einzelne Schülerin ‚ihr‘ Land vorstellt, sondern sich gemeinsam mit anderen in die Alltagsbräuche und Essgewohnheiten eines fremden Landes hineindenkt“, betont Claudia Litterst und macht darauf aufmerksam, dass dies eine der wichtigsten Schlüsselfunktionen für künftige Erzieherinnen und Erzieher sein wird: Immer mehr Kinder kommen aus fremden Ländern, und je besser die Erzieherinnen diese Herkunft verstehen, um so besser wird die Integration in Deutschland gelingen.

Nach der Vorbereitung im Unterricht wurden die Ergebnisse in der vergangenen Woche beim “Fest der Kulturen“ präsentiert. „In eine andere Kultur einzutauchen, sich in andere Menschen hineinzudenken, das gefällt mir. Ich bin dankbar, dass die Schule mir das ermöglicht hat, so etwas zu erleben“, beschrieb Adeliana de Almeida-Schneider, die die Klasse von Claudia Litterst besucht, ihre Eindrücke, und ihre Mitschülerin Karin Borg fügte hinzu: „Ich bin begeistert von den unterschiedlichen Kulturen und davon, wie jedes Land seine eigene Traditionen hat. Diese Unterschiedlichkeit fasziniert mich.“ Dass Unterschiede nichts Störendes sind oder gar aufgehoben werden müssten, ja dass sie vielmehr faszinieren und bereichern können, das war die wichtigste Erfahrung dieses Festes, von dem sich Claudia Litterst Impulse für den Unterricht und vor allem für den künftigen Berufsalltag ‚ihrer‘ Erzieherinnen erhofft.

Natürlich kam auch die kulinarische Vielfalt beim Fest der Kulturen nicht zu kurz.