Erste Schritte auf dem Weg zur Sprache

Ein Fachforum an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule informierte über die frühe Kommunikation zwischen Eltern, ErzieherInnen und Kind

Die frühkindliche Sprach- und Sprecherziehung stand am vergangenen Montag im Zentrum eines Fachforums, zu dem das Kompetenzzentrum Elementarpädagogik der Richard-von-Weizsäcker-Schule eingeladen hatte. Wiebke Gericke, die im Jahr 2005 die Initiative ‚babySignal‘ (www.babysignal.de) gründete, konnte als Referentin gewonnen werden und sprach über ihre Erfahrungen in Kursen, in denen Eltern und Kinder in kleinen Gruppen mit viel Spaß und Musik lernen, Gebärden in den Alltag zu integrieren. Babys können ab einem Alter von ca. acht Monaten einfache Gebärden wie „Essen“, „Trinken“ und „Schlafen“ selber zeigen, wenn die Eltern sie ihnen, parallel zum normalen Sprechen, vorgemacht haben, betonte die Diplom-Pädagogin und Sprachförderin und wies darauf hin, dass Kinder viel früher in der Lage seien, ihre Hände zu kontrollieren als Stimme, Atmung und Sprechorgane: „Kleine Kinder können Gebärden zeigen, bevor sie sprechen können oder wenn ihnen die Aussprache von Worten noch schwerfällt.“Edeltraud Klar, die an der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik unterrichtet, hatte nicht viel Mühe, das interessierte Publikum mit der Referentin ins Gespräch zu bringen: Über 100 Personen, die professionell mit der frühkindlichen Erziehung zu tun haben, waren der Einladung in die Aula der Richard-von-Weizsäcker-Schule gefolgt und ließen sich von Wiebke Gericke zu einem intensiven Austausch über die Chancen anregen, die in der Gebärdensprache liegen. Gerade die Veranschaulichung durch Filmsequenzen, in denen sich Kinder über Gebärden ausdrücken regte die Teilnehmer/-inne des Fachforums an, Vergleiche zu eigenen Erfahrungen anzustellen. Das Thema verflüchtige sich, wenn die Kinder sprechen können, präzisierte Wiebke Gericke; was jedoch bleibe, sei die starke Handmotorik und vor allem eine verstärkte Aufmerksamkeit. In ihrem Schlusswort wies Edeltraud Klar darauf hin, dass gerade in der Förderung von Aufmerksamkeit und Achtsamkeit ein zentrales Anliegen der frühkindlichen Erziehung liege – die Gebärdensprache sei womöglich einer der Schlüssel zu nachhaltiger Frühförderung. In Einzelgesprächen am Rande des Forums wurden diese Einsichten vertieft.