Unterwegs ohne Stendhal-Syndrom zwischen Dom und Piazza della Signoria

Eine Reise des Seminarkurses ‚Florenz‘ an den Arno

Kurz nach sechs Uhr am Morgen eines dunklen Februartages hielt der Nachtzug von München nach Rom im Bahnhof von Florenz – und nur drei Stunden später, als sich der Nebel über dem Arno lichtete und die Stadt längst erwacht war, standen wir auf der Kuppel des Duomo und genossen den Blick über die Dächer dieser Hauptstadt der Renaissance, die uns in den folgenden drei Tagen mit ihren Kirchen, Klöstern, Kuppeln und Campanile beschäftigen sollte.

Wir: Das ist der Seminarkurs ‚Florenz‘, in dem jede/r von uns eine Seminararbeit über ein Thema der florentinischen Renaissance schreibt. Damit die einzelnen Aspekte anschaulich wurden, fuhren wir kurzerhand an den Arno und ließen uns, begleitet von Dr. Monika Bräuninger, Karin Kaufmann und Dr. Clemens Klünemann, auf eine Stadt ein, deren Reichtum an Kunstwerken man innerhalb von drei Tagen nur erahnen kann: Ob nun das riesige giudizio universale Vasaris, der berühmteste Mann aus Stein in Florenz – Michelangelos David –, Giottos Gemälde in Santa Croce, die Casa Buonarotti, die Gärten des Palazzo Pitti … – allein schon die Aufzählung macht schwindelig. À propos schwindelig: Der französische Schriftsteller Henri Beyle, besser bekannt unter seinem Pseudonym Stendhal, litt nach einigen Tagen in Florenz an Schwindel, Verwirrung und Orientierungslosigkeit – ein Phänomen, was später immer wieder bei Touristen beobachtet und dann unter dem Namen Stendhal-Syndrom bekannt wurde. Dagegen helfe nur – so die florentiner Psychoanalytikerin Graziella Magherini – Ruhe und ein Gespräch über andere Dinge als Kunst. Was außerdem helfen soll, ist das, was Florenz noch zu bieten hat, wie eine Pizzeria bei San Lorenzo, eine Enoteca am Dom oder ein Café auf einer ruhigen Piazza. Wir haben es probiert: es hilft tatsächlich!

Der Seminarkurs ‚Florenz‘ auf der Kuppel des Doms.