Von vielen Fragen zeigte sich eine als unbeantwortbar – Studienfahrt der Klasse JS 2/5 nach Amsterdam

Während unseres Aufenthalts in der Grachtenstadt kamen immer mehr Fragen auf, von denen die folgenden nur ein kleiner Teil sind:

Warum leben in Amsterdam nur flippige Studenten? Warum verwandeln sich superfreundliche Amsterdamer auf Fahrrädern in blutrünstige Kampfradler? Warum saß in diesen einen Lokal immer eine (lebende!) Katze auf den gedeckten Tischen? Warum ist es so schwer, Ein-Liter-Wasserflaschen zu finden, während die Literflasche Wodka in jedem Kiosk steht? Warum schmeckten die Äpfel an der Rezeption immer wie frisch aus dem Kühlschrank? Warum dieses versunkene U-Boot beim Bootel? Wer wohnt in der Containerstadt am Hafen? Warum hat dieser Mann beim Frühstück Croissants in den Toaster gestopft?

Aber zunächst einmal zu unserer Fahrt, die folgendermaßen verlief:

Montag, 29. September 2014

Unser Hotel – ein Boot, draußen Möwenkreischen. Ein Gefühl wie im Urlaub! Mit der Fähre ‚rüber in die Altstadt. Amsterdamer fahren mit hohen Schuhen Fahrrad?! Ja. Und klingeln Sturm, wenn unbedarfte Öhringer Schüler auf die rot- (wohl als Warnung!) markierten Fahrradrennpisten stolpern.

Aber die Stadt! Die Häuser! Die Brücken! Die Läden! Die… Referate über Sehenswürdigkeiten. Wir stellen fest, dass Vorbereiten ätzend, zuhören aber doch recht interessant ist. Vor allem bei bestimmten Kuriosa wie der Oude Kerk, der einzigen Kirche der Welt, die ausschließlich von Bordellen umgeben ist.

In Schaufenstern Second-Hand-Kleidung, Schallplatten, Macarons und Frauen – Amsterdam hat viele Gesichter.

Dienstag, 30. September

Frühstücken auf schlingerndem “Bootel“ ist auch eine interessante Erfahrung, und die erste Schlüsselkarte fürs Zimmer schwimmt schon bald zwischen den Enten im Wasser.

Dann: Stadtrundfahrt. Gewandt kurvt unser Fahrer Dani mit dem Bus durch die Straßen. Erstaunlich wenige Autos, dafür Fahrradparkhäuser, mehrstöckig! Und wenn das Rad geklaut wird, erzählt die Stadtführerin, geht man zum Flohmarkt und kauft es sich zurück. Kostet aber auch nicht viel. Aha.

Ein gut gelaunter Bauer macht Holzschuhe und Käse, dann an Windmühlen vorbei wieder in die Stadt. Stadtrundgang die Zweite, mehr Referate. Und dann? Freizeit: Flohmarkt, Pfannkuchen…

Abends im Kino, das aussieht wie ein Filmpalast aus den 60ern. Der Film? Leider zu detailliert – aber vor der Toilette gibt’s Gratis-Postkarten mit holländischen Sprüchen.

Das Bootel hat eine Dachterrasse! Samt Hängematte! Im Wasser spiegeln sich die Lichter von Amsterdam.

Mittwoch, 1. Oktober

Grachtenrundfahrt, auf dem Boot durch Amsterdam samt Comedy vom Audioguide – oh Ron, weißt du noch, wie mein Brautschleier in den Kanal gefallen ist?

Über Heineken-Brauerei und Hard Rock Cafe zum Van Gogh Museum. Auch sehr interessant natürlich die Coffee…. Company Filialen, für den Coffee-To-Go und das Bio-Schokoeis im Becher für Zwischendurch. In Amsterdam gibt’s eine Straße, die sich Hipster-Gracht nennt.

Donnerstag, 2. Oktober

Schlangestehen im Anne-Frank-Haus; unglaublich, wie wenig Platz sie in diesem Haus hatten. Die Fensterläden geschlossen – kein Tageslicht. Beklemmende Vorstellung.

Den letzten Nachmittag nutzen, um die Stadt auf eigenen Wegen zu erkunden und noch einmal in vollen Zügen zu genießen. Am Bahnhof in Amsterdam steht ein öffentliches Klavier!

Am letzten Abend gemeinsam unterwegs, die Kellnerin irgendwie überfordert von den vielen englischen Bestellungen – irgendwann landen doch wieder alle auf der Dachterrasse, teils direkt, teils auf von heißer Schokolade und Lagerfeuern gesäumten Umwegen. Amsterdam funkelt zum Abschied.

Auf die meisten unserer Fragen fanden wir schließlich eine Antwort – nur eine beschäftigt uns immer mehr: Warum muss Amsterdam so weit von Öhringen entfernt liegen?