Literarische Hommage an zwei eigenwillige Autoren

Die diesjährige Literarische Soirée an der Richard-von-Weizsäckerschule ließ George Tabori und Arno Schmidt zur Sprache kommen

Zwei großen Literaten war die diesjährige literarische Soirée der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule gewidmet: Der eine – Tabori – eher ein Theatermacher, der auch die heikelsten Themen mit Witz und Humor behandelt, der andere – Schmidt – ein Prosaautor, der selten in andere Gattungen abdriftet, obwohl auch in seiner Prosa häufig das dialogische Prinzip dominiert.
Mit Lesungen, Tanzeinlagen sowie szenischen Lesungen vermittelten die Schüler/-innen Facetten aus dem umfangreichen Leben sowie Werk dieser beiden sehr unterschiedlichen Autoren. So wurden u.a. Auszüge aus Zettels Traum (A.Schmidt ), aus Taboris Mein Kampf sowie aus Weissmann und Rotgesicht präsentiert. „Unser Ziel ist es, bei den Besuchern Interesse für diese Autoren zu wecken, sich in ihr Werk zu vertiefen und im wahrsten Sinn in die Tiefe zu gehen“, beschreibt Günter Menz das Anliegen der Schüler/-innen seines Literaturkurses.
Ein weiterer Teil des Abends war dem bereits traditionellen Büchermarkt gewidmet: Die Jugendlichen stellten Werke aktueller Autoren vor, u.a. Mittelreich von Josef Bierbichler, Hochzeit des Lichts von Albert Camus, Florian Illies‘ 1913, Hanns-Josef Ortheils Die Erfindung des Lebens und Der Trafikant von Robert Seethaler; an ihren eigenes mit Blick auf das Werk gestalteten Tischen gaben sie ausführlich Auskunft, übten Kritik oder empfahlen das Buch, das auf Wunsch an einem Büchertisch auch gleich käuflich erworben werden konnte.
Vielen Besuchern machte der literarische Abend wieder Lust auf Stöbern, Lesen, Nachlesen und darauf, sich in ein spannendes Buch zu vertiefen.

'Zettelwirtschaft' – Arno Schmidts berühmter Zettelkasten wurde bei der literarischen Soirée anschaulich (Photo: privat)

‚Zettelwirtschaft‘ – Arno Schmidts berühmter Zettelkasten wurde bei der literarischen Soirée anschaulich (Photo: privat)