Zucker – und Zahlen

Ein instruktiver Besuch in der Zuckerfabrik Offenau
Am 13.11. 2015 besuchten wir, die Berufsschulklasse des dritten Lehrjahres sowie einige Schüler/-innen aus dem Agrarwissenschaftlichen Gymnasium, mit unseren Lehrern Gerhard Kieß und Marco Blachut die Zuckerfabrik in Offenau. Dort nahmen wir an einer sehr detaillierten und interessanten Betriebsführung teil die Herr Kohler uns anbot. Es wurden alle Stationen, die die Rüben und danach der Zucker in der Fabrik passieren, besichtigt: Herr Kohler zeigte uns jede Station – von der Annahme der Rüben über das Waschen, Zerkleinern und Extrahieren des Zuckers bis hin zum Kristallisieren, Einlagern, Weiterverarbeiten und schließlich zum Verpacken des fertigen Zuckers bzw. der Zuckerprodukte. Gleichsam en passant lernten wir zahlreiche Daten und Zahlen über das Werk in Offenau sowie den gesamten Südzuckerkonzern kennen– so erfuhren wir beispielsweise, dass die täglich verarbeitete Rübenmenge während der Kampagne 12500 Tonnen beträgt und sich in dieser Zeit der tägliche Strombedarf auf denjenigen von etwa 70 Einfamilienhaushalten beläuft.
In dem an die Führung anschließenden Gespräch ging es um die Zukunft der Zuckerrübe durch den Wegfall der Zuckermarktordnung und ebenso um die Zukunft eines Standortes wie Offenau gefragt; und es ging um konkrete Probleme bei der Logistik der Rüben sowie um das Verhältnis zum Konkurrenzprodukt Stevia gefragt. Momentan, so lautete die Antwort, sei die Stevia noch keine Konkurrenz und es werde auch in Zukunft keine sein, da Stevia scheinbar nicht überall den Zucker ersetzten könne. Derzeit sorge sogar der Einsatz von Stevia bei Coca Cola, dem größten Zuckerkunden für die Südzucker, zu einer Umsatzsteigerung beim Zucker, da in der Stevia-Cola immer noch 50% Zucker eingesetzt werden und Coca Cola durch dieses Produkt hauptsächlich Neukunden anspreche. So wurde unsere Exkursion, die mit einem gemeinsamen Essen endete, zu einer interessanten Erfahrung hinsichtlich produktionstechnischer Probleme, aber auch marktwirtschaftlicher Phänomene.
Bild: Die Öhringer Schüler/-innen bei der Werksbesichtigung in Offenau

   zuckerruebenag  zuckerrueben4  zuckerrueben3  zuckerrueben2