Die Vielfalt als Chance zur Integration begreifen

Ein Fest der Kulturen an der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule

In der Öhringer Fachschule für Sozialpädagogik ist Vielfalt nicht nur ein theoretischer Begriff: „Individualität steht in unserem Konzept ganz oben, und die von uns ausgebildeten Erzieherinnen wollen wir dafür sensibilisieren, was den Einzelnen und das Besondere ausmacht,“, erklärt Claudia Litterst am Rande des Festes der Kulturen, das sie kürzlich gemeinsam mit ihren Schülerinnen veranstaltete. Daher ist es für die Pädagogin selbstverständlich, auch die Individualität der künftigen Erzieherinnen ernst zu nehmen. Neben Deutsch gehört Türkisch, Slowenisch und Serbisch zu den Muttersprachen ihrer Schülerinnen, von denen einige auch aus Kasachstan kommen.
Die Schülerinnen bildeten verschiedene Gruppen mit einem jeweiligen Länderschwerpunkt und erarbeiteten Besonderheiten, die sie den anderen vorstellten: „Wichtig ist uns, dass nicht die einzelne Schülerin ‚ihr‘ Land vorstellt, sondern sich gemeinsam mit anderen in die Alltagsbräuche und Essgewohnheiten eines fremden Landes hineindenkt“, betont Claudia Litterst und macht darauf aufmerksam, dass dies eine der wichtigsten Schlüsselfunktionen für künftige Erzieherinnen und Erzieher sein wird: Immer mehr Kinder kommen aus fremden Ländern, und je besser die Erzieherinnen diese Herkunft verstehen, um so besser wird die Integration in Deutschland gelingen.
Nach der Vorbereitung im Unterricht entschieden sich die angehenden Erzieherinnen für fünf Länder, mit denen sie sich genauer beschäftigten wollten: Neben der Slowakei und Kasachstan waren dies Spanien, Serbien und die Türkei; intensiv wurden im Unterricht länderspezifische Besonderheiten erarbeitet – die Ergebnisse konnten sich sehen lassen und wurden auf dem Fest der Kulturen auch stolz präsentiert. .„Es gefällt mir, mich in andere Menschen hineinzudenken, und ich finde es gut, dass die Schule mir ermöglicht hat, so etwas zu erleben“, beschrieb Olessja Lichtenfeld, die die Klasse von Claudia Litterst besucht, ihre Eindrücke. Allen wurde klar, dass Unterschiede nichts Störendes sind oder gar aufgehoben werden müssten, ja dass sie vielmehr faszinieren und bereichern können. Von dieser Erfahrung erhofft sich Claudia Litterst Impulse für den Unterricht und vor allem für den künftigen Berufsalltag ‚ihrer‘ Erzieherinnen.

Natürlich kam auch die kulinarische Vielfalt beim Fest der Kulturen nicht zu kurz: Lisa-Marie Weidenmann, Hanna Veit und Jasmin Wolf (v. links) vor ihrem Tisch zu Serbien.

Natürlich kam auch die kulinarische Vielfalt beim Fest der Kulturen nicht zu kurz: Lisa-Marie Weidenmann, Hanna Veit und Jasmin Wolf (v. links) vor ihrem Tisch zu Serbien.