Eine Soirée der Richard-von-Weizsäcker-Schule rund um Italien und seine Spezialitäten

Bei italienischen Spezialitäten denkt man nördlich der Alpen unwillkürlich an Pizza und Pasta, Cantuccini und funkelnden Montepulciano; dass eine Beschäftigung mit dem bel paese aber nicht ein Genuss für den Gaumen, sondern ebenso für Augen und Ohren sein kann, bewiesen einmal mehr die Schülerinnen und Schüler der Richard-von-Weizsäcker-Schule, die unter der Leitung von Dorothee Maier-Flaig und Günter Menz die Aula ihrer Schule für einen Abend in eine wahre italienische Piazza verwandelten. Natürlich fing alles mit Romulus und Remus an, und daher hatten diese beiden Dioskuren auch das erste Wort des Abends, wobei sich die Begleitung ihres tödlichen Streits mit dem Schlagzeug als eine originelle Interpretation des römischen Gründungsmythos erwies. Und da die deutsche Italiensehnsucht kaum zu erklären ist ohne den literarischen Großmeister aus Weimar, kam bald auch die Italienische Reise Goethes zur Sprache – und von ihr eine der originellsten und hintergründigsten Passagen, nämlich ‚Das römische Carneval‘, gekonnt rezitiert und inszeniert von Schülerinnen und Schülern der Theater-AG, die ebenso virtuos Texte von Dario Fo und die berühmten Dialoge zwischen Don Camillo und Peppone zur Sprache brachten.
Zum ‚klassischen‘ Italien-Erlebnis gehören natürlich Antonio Vivaldis Vier Jahreszeiten hier in einer ungewöhnlichen Interpretation mit Solovioline, Schlagzeug, Euphonium und drei Klavieren – aber ist nicht Paolo Contes Un gelato al limon inzwischen auch ein Klassiker der italienischen Musik? Mit dem Zitroneneis kurz vor der Pause wurden die Gaumenfreuden angekündigt, die von Schülerinnen und Schülern der Vorbereitungsklasse ‚Arbeit und Beruf‘ unter Leitung von Petra Härterich und Maria Gupta gezaubert wurden; und dank der tatkräftigen Unterstützung der in dieser Klasse unterrichteten Asylbewerber aus Pakistan und Afghanistan wurde dieser italienische Abend multikulturell. Salvatore Cotugnos Lascate mi cantare wurde von den fast 100 Gästen sofort als Aufruf zum Mitmachen und -singen verstanden, wozu sich Paolo Contes Azzurro als sehr geeignet erwies. So lag noch nach dem offiziellen Ende des Programms mehr als ein Hauch dolce far niente in der Luft, als man bei leckeren Häppchen und Prosecco einen begeisternden kulinarisch-literarisch-musikalischen Abend ausklingen ließ.

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Für einen Abend war die Aula der Öhringer Richard-von-Weizsäcker- Schule in die Farben Italiens getaucht. (Foto privat)