Integration ist keine Einbahnstraße

Mit ihrem Patenschaftsprojekt fördert die Richard von Weizsäcker-Schule Öhringen das Zusammenleben von Flüchtlingen und Einheimischen – und alle haben etwas davon

Momentan sind wir das bundesweit größte Projekt, das als Teil von ‚Menschen stärken Menschen‘ gefördert wird“, sagt Kira Kurz nicht ohne Stolz am Rande einer Veranstaltung, bei der Schülerinnen und Schüler aus Regelklassen der Schule auf Mitschüler aus den VABO-Klassen treffen – wobei VABO für Vorbereitung Arbeit und Beruf ohne Deutsch-Kenntnisse steht. „’Ohne Deutsch-Kenntnisse‘ ist eigentlich nicht richtig, denn unsere Schüler aus Syrien, Afghanistan, Ghana und anderen Herkunftsländern sprechen schon ziemlich gut deutsch“, fügt Kira Kurz hinzu und erläutert, worum es bei dem Patenschaftsprojekt geht, nämlich um mündlichen Austausch: Eine Sprache lernt man am schnellsten, wenn man Menschen hat, mit denen man üben kann. „Und ein Land lernt man am besten durch die Menschen kennen, die dort leben, noch besser als durch Grammatik und theoretische Landeskunde“, ergänzt Schulpfarrerin Karina Müller-Aichelin, die das Projekt im letzten Schuljahr ins Leben gerufen hat. Sehr froh sind die beiden Organisatorinnen, dass die ‚Stiftung Bildung‘ als finanzieller Förderer gewonnen werden konnte: Die Stiftung Bildung ist eine unabhängige Spendenorganisation für Bildung und kooperiert mit den Fördervereinen an Kitas und Schulen sowie deren Verbänden; sie ist Trägerin des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Bundesprogramms „Menschen stärken Menschen“.

Das Echo an der Richard-von-Weizsäcker-Schule war überwältigend: Viele Regelschüler/-innen haben sich spontan bereit erklärt, als Pate für einen ausländischen Mitschüler zu fungieren und ein Stück Verantwortung für gelebte Integration zu übernehmen: Hilfe bei Hausaufgaben, aber auch gemeinsamer Sport oder Besuch von Veranstaltungen steht auf dem Programm, und der Kreativität der deutschen Schüler/-innen und ihrer Tandempartner sind keine Grenzen gesetzt. „Dabei lassen wir die Paten nicht alleine“, betont Kira Kurz und weist auf die interkulturellen Kompetenz-Workshops hin, in denen die deutschen Schüler/-innen für die Anliegen der Flüchtlinge sensibilisiert werden und sehr viel über deren Herkunftsländer lernen: Integration ist eben keine Einbahnstraße, sondern ein Gewinn für alle.

Foto (privat): Auf große Resonanz stößt das Patenschaftsprojekt an der Richard-von-Weizsäcker-Schule

Foto (privat): Auf große Resonanz stößt das Patenschaftsprojekt an der Richard-von-Weizsäcker-Schule