Naturlyrik – einmal anders vermittelt

Eine besondere Vorbereitung auf das Deutsch-Abitur

Dass die deutsche Literatur reich an vielstimmiger Naturlyrik ist, kann man im Klassenzimmer erlernen, in einer Mondnacht unter winterklarem Hohenloher Himmel erspüren – oder im barocken Ambiente der Öhringer Stadtbücherei erhören. Und so haben sich kürzlich etwa 40 Schülerinnen und Schüler der Richard-von-Weizsäcker-Schule ebendort zusammengefunden, um in einem etwas anderen Vortrag Ungewöhnliches zu ihrem künftigen Abiturthema zu erfahren: ‚Deutsche Naturlyrik‘ stand auf dem Programm, das der promovierte Literaturwissenschaftler Burkhard Engel vortrug; dabei ging es ihm weniger um Analyse und Interpretation der Texte, sondern vielmehr um eine literarische Zeitreise durch drei Jahrhunderte deutscher Naturlyrik, während derer zu sehen ist, wie sich die Sprache des Gedichts, das der Natur gewidmet ist, allmählich aus der Bindung an die Religion löst, wie sie in der Zeit der Romantik einen literarischen Höhepunkt erlebt und wie sie in der Folge die zunehmende Entfremdung des Menschen von der Natur reflektiert. Burkhard Engel suchte in der Theorie, aber auch an den Saiten seiner Gitarre, beständig die Parallelen zur Musik aufzuzeigen und die Musikalität der Naturlyrik zu unterstreichen.
Den Schülerinnen und Schülern gefiel es: „Es hat uns neue Türen zu Gedichten aufgeschlossen“, war der Tenor der Reaktionen und die Jugendlichen waren sich einig, dass diese Form der Sprach-Vermittlung außerhalb des Klassenzimmers eine wichtige Vorbereitung für die schriftliche Deutsch-Abiturprüfung im kommenden den Frühjahr war.

Photo (privat): Burkhard Engel im Saal der Öhringer Stadtbücherei

Photo (privat): Burkhard Engel im Saal der Öhringer Stadtbücherei