Aus der Bretagne nach Hohenlohe

Austausch der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule mit ihrer Partnerschule in Morlaix

Mehr als 25 Jahre besteht der Austausch zwischen der Öhringer Richard-von-Weizsäcker-Schule und dem Lycée Agricole de Suscinio in Morlaix an der bretonischen Nordküste. Und nachdem im vergangenen Herbst Jugendliche aus Öhringen an die westlichste Spitze Frankreichs gefahren waren, kamen unlängst ihre damaligen Gastgeber nach Hohenlohe, um den Besuch zu erwidern. „Uns ist es in diesen Zeiten besonders wichtig, die deutsch-französischen Beziehungen zu stärken und den Jugendlichen Kenntnisse über das Nachbarland zu vermitteln“, betonte die französische Lehrerin Andrea Le Gall, die mit 17 bretonischen Jugendlichen nach Öhringen gekommen war. Auf dem Programm standen Besuche in Heidelberg, Würzburg und Rothenburg, ein Gang durch das Kloster Schöntal mit Informationen für die französischen Gäste über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Deutschland, aber auch eine Wanderung am Limes, der den Franzosen eher unbekannt ist. Frank Dietz, der als Geschichtslehrer die herbstliche Fahrt nach Frankreich begleitet hatte, freute sich über das Interesse der französischen Schüler an deutscher Geschichte und darüber, dass so viele Ansatzpunkte einer gemeinsamen – eben deutsch-französischen – Geschichte in Hohenlohe und Umgebung zu finden sind.

Aber auch die Teilnahme am Unterricht der Richard-von-Weizsäcker- Schule stand auf dem dichten Programm der Besuchswoche und zeigte Deutschen und Franzosen neben den Gemeinsamkeiten auch manche kulturelle Unterschiede, beispielsweise hinsichtlich des Schulsystems: Religionsunterricht war für die französischen Schüler eine neue Erfahrung ebenso wie so manche Unterrichtsform. Unterschiede zu erleben und darüber zu sprechen ist – da sind sich Andrea Le Gall und Frank Dietz einig – ein Grund mehr, den Austausch auch nach über 25 Jahren fortzusetzen und zu intensivieren.

Foto (privat): Die Schüler/-innen der Richard-von-Weizsäcker Schule mit ihren französischen Gästen im Hof des Heidelberger Schlosses.