Die Vielfalt einer Landschaft zwischen Frankreich und Deutschland

Eine Exkursion des Seminarkurses „Elsaß“

Natürlich gehört das Elsaß heute zu Frankreich – dass das jedoch nicht immer so war, erfuhren die zwölf Teilnehmerinnen am Seminarkurs „Elsaß“ auf Schritt und Tritt ihrer Reise, die sie in der vergangenen Woche unter Leitung von Karina Müller-Aichelin und Dr. Clemens Klünemann unternahmen. Nicht nur das Elsässische, die dem Deutschen näher als dem Französischen stehende Sprache dieser Region, sondern auch die Architektur der Häuser und Dörfer weckten die Erinnerung an die bewegte Vergangenheit des Elsaß als Zankapfel zwischen den beiden großen Nachbarn. Allerdings erinnert die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Struthof auch an dunkle Zeiten deutscher Präsenz in diesem Landstrich, der sowohl durch raues Mittelgebirge als auch durch Weinberge an den sanften Hängen der Rheinebene geprägt ist. Im Museum für den Pfarrer Oberlin in Waldersbach, bei dem der Sturm-und-Drang-Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz seinerzeit Zuflucht gefunden hatte, zeigte sich den Öhringer Besuchern ebenso wie im Éco-Musée bei Colmar eine vergangene Kultur des ländlichen Elsaß, die in krassem Kontrast zur Urbanität Strasbourgs oder Colmars steht, wo das jüngst modernisierte Unterlinden-Museum mit dem beeindruckenden Isenheimer Altar von Matthias Grünewald auf dem dichten Programm der Schülerinnen der Richard-von-Weizsäcker-Schule stand. Aber auch vor den ganz konkreten und aktuellen Problemen der Tagespolitik verschlossen die Schülerinnen nicht die Augen, als sie mit einem Atomkraftgegner in unmittelbarer Nähe des umstrittenen Kraftwerks Fessenheim diskutierten.

Zum Übernachten zog man sich auf den heiligen Berg des Elsaß – den Mont-Sainte-Odile – zurück, der an einem Morgen unter dichtem Schnee lag, um am nächsten Tag als einzige Spitze aus einem dichten Wolkenmeer über dem Rheintal in den blauen Frühjahrshimmel zu ragen.

Photo (privat): Von der Höhe des Odilienberges aus gesehen ist das Elsaß eine mythische Landschaft, deren reiche Kultur entdeckt werden will.