Raus aus der Schuldenfalle – oder am besten gar nicht erst hinein

Konsumententraining sensibilisiert Schüler/-innen an der Öhringer Richard-von Weizsäcker-Schule


Kein neues Schulfach, aber eine schulische Beratung: So versteht Andrea Wilke Rohr die Initiative, die sie und ihre Kollegen von der von der Arbeitsinitiative Hohenlohe (AIH) an der Richard-von-Weizsäcker-Schule angestoßen haben. Es geht darum, gemeinsam mit der Schuldnerberatung vom Landratsamt in Künzelsau Schüler/-innen aus den berufsvorbereitenden Klassen vor dem Verlassen der Schule für mögliche Schuldenfallen und deren langfristige Folgen zu sensibilisieren. Dabei erhielt sie Unterstützung von Selim Sulejmanov von der AWO sowie Daniel Röber und Marius Kunz, zwei Mitarbeitern eines unabhängigen Versicherungsbüros aus Heilbronn. Nach einer Sensibilisierungsphase erfolgte zwei Wochen später eine gemeinsame Reflexion. Die Schüler hatten in der Zwischenzeit ein Haushaltsbuch geführt und konnten somit genau sagen, für welche Dinge sie wieviel Geld ausgegeben hatten. „Ich habe vorher nie darauf geachtet, wieviel Geld ich wofür ausgebe, und dann einige Probleme bekommen“, erklärt der 16-jährige Julian und pflichtet seiner Mitschülerin Tina bei, dass er jetzt, nach dem Konsumententraining, sein Geld besser zusammenhalte. „Am besten wäre es, die Jugendlichen kommen gar nicht mit Inkasso-Unternehmen in Kontakt“, erläutert Andrea Wilke-Rohr; vor allem aber komme es darauf an, über sein Konsumverhalten nachzudenken, und das zu fördern sei inzwischen auch eine Aufgabe der Schulen.

Foto (privat): Konsumverhalten als Unterrichtsgegenstand: Die Schüler/-innen beim Konsumententraining.