Smarter Umgang mit Smartphone und Co.? – Auftritt der Literatur- und Theaterkurses der JS 1

Im Rahmen der ‚Gesundheitskonferenz Hohenlohe‘ am 23.10.2019 in Öhringen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler des Theater- und Literaturkurses der Jahrgangsstufe (JS) 1 anhand von Standbildern und Performances mit der Frage, wie sich Smartphone- und Internetnutzung auf uns als Nutzer auswirken. Inwiefern verwandeln wir uns selbst in Maschinen, deren Kommunikation sich auf die digitale Dimension konzentriert: Fahren wir wie ein PC herunter, wenn unser Smartphone nicht unsere Aufmerksamkeit fordert? Humorvoll stellte diese Situation Catharina Müller dar (Bild1), deren analoger Naturzustand während der Performance darin besteht, dass sie schlafend auf dem Tisch existiert, wenn das Smartphone still ist. Felix Ruprecht (Bild 2) kommentierte mit seiner Darstellung „Schmuddelwetter“, dass wir für unsere Smartphones gerne so sorgfältig sorgen wie für uns selbst, und Nico Walz mit Lisa Wieland verwandelten den Bund fürs Leben in eine digitale Angelegenheit. (Bilder 3 und 4) Unser Alltag, so kommentierten Justin Kohler und Lisa Wieland (Bild 5), kann durch digitale Kommunikation empfindlich gestört werden, wenn uns der Bildschirm von dem ablenkt, was wir gerade tun wollen: Die beiden verwandelten eine Kochszene, in der das zu schneidende Gemüse mit dem eigenen Baby verwechselt wird, in eine Groteske. So wirkte auch die von Julia Rumm, Justin Koehler, Felix Ruprecht, Nico Walz und Pascal Böhm (Bild 6) inszenierte Fernsehszene, in der die Beteiligten sich körperlich nahe sind, ihre Kommunikation aber isoliert ist: Sie sprechen nicht miteinander, sind alle in ihren eigenen Konsumbedürfnissen gefangen. Pascal Böhm trieb die Medienfixierung auf die Spitze: Als Runner, der seinen Blick nur auf seinem eigenen Bildschirm hat, rempelt er Besucher der Veranstaltung an und stielt sich in die Fernsehszene, ohne auch nur einmal seine Mitspieler wahrzunehmen oder den Blick von seinem Telefon zu lenken. Adrienne Labodi, Catharina Müller und Amelie Ucik verwandelten die Damentoilette zu einem Selfie-Studio (Bild 6) und schienen in ihrer Performance so lebensnah, dass wohl nicht allen Besuchern aufgefallen ist, dass hier gespielt wird: Jeder Raum wird durch digitale Medien eingenommen, auch Schamgrenzen verschwimmen. Lea Dietrich, Julia Rumm und Melisa Gürgener beschlossen die Performances und Standbilder, indem sie das Online-Einkaufverhalten in unserer Gesellschaft kommentierten (Bild 7): Sie bestellten für alle Zuschauer der Kultura über die große Leinwand sichtbar im Internet zehn Minuten lang wahllos einen Artikel nach dem anderen, ohne sich auch nur einmal um die Pakete zu kümmern, die sich haufenweise vor der Bühne türmen. Mit einem zwinkernden Auge unterstützten die Schülerinnen und Schüler damit Aussagen, die im Vortrag später die Botschaft waren: Digitale Medien beeinflussen uns darin, wie wir durch das Leben gehen, und wir werden gut daran tun, uns damit auseinanderzusetzen, um uns die Vorteile zu eigen zu machen und diese gewinnbringend zu nutzen. 28.10.2019, M. Hövekamp